April 2026 – Bruno Loyiso | Hast du dich schon einmal so gefühlt, als wärst du einfach nicht ganz gut genug? Oder als wäre etwas in deinem Leben zerbrochen, und egal wie sehr du dich anstrengst, du bekommst es nicht wirklich in Ordnung?
Die meisten von uns kennen dieses Gefühl. Wir bemühen uns mehr, nehmen uns vor, es besser zu machen, ändern unser Verhalten und hoffen, dass sich etwas verändert. Und doch landen wir oft wieder am gleichen Punkt, mit denselben Mustern, denselben Reaktionen, denselben Fehlern. Es ist, als wäre etwas Tieferes in uns nicht in Ordnung.
Paulus beschreibt diesen inneren Kampf erstaunlich ehrlich: „Ich verstehe mich selbst nicht, denn ich möchte das Richtige tun, aber ich tue es nicht. Stattdessen tue ich das, was ich hasse.“ (Römer 7,15, NLT). Das ist kein Problem aus einer anderen Zeit. Es ist zutiefst menschlich. Wir wissen, was richtig ist, und doch zieht uns etwas immer wieder zurück.
Ostern beginnt genau hier. Nicht bei Menschen, die alles im Griff haben, sondern bei Menschen, die wissen, dass sie es nicht haben.
Die Botschaft von Ostern ist nicht, dass wir uns zuerst selbst in Ordnung bringen müssen, um zu Gott zu kommen. Die Botschaft ist, dass Gott zu uns gekommen ist. In Jesus ist Gott in unsere zerbrochene Welt hineingekommen, in unsere Kämpfe, in unser Versagen. „Gott aber zeigt uns seine grosse Liebe gerade dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ (Römer 5,8, NLT). Wie John Stott erklärt, liegt das Problem nicht nur in dem, was wir falsch tun, sondern in etwas Tieferem in uns, das wir nicht selbst verändern können, und das Kreuz ist Gottes Antwort darauf (Stott 1986).
Am Kreuz hat Jesus unsere Schuld, unsere Scham und auch dieses tiefe Gefühl, nicht genug zu sein, auf sich genommen. „Er wurde durchbohrt wegen unserer Vergehen, zerschlagen wegen unserer Schuld… durch seine Wunden sind wir geheilt.“ (Jesaja 53,5, NLT). Das ist der grosse Austausch. Jesus nimmt, was wir verdienen, damit wir empfangen können, was wir nie verdienen könnten: Vergebung, Annahme und eine erneuerte Beziehung zu Gott.
Doch Ostern endet nicht am Kreuz. Jesus ist auferstanden. Das bedeutet, wir sind nicht festgelegt. „Wenn jemand zu Christus gehört, ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen, etwas ganz Neues hat begonnen!“ (2. Korinther 5,17, NLT). Wie Tim Keller es ausdrückt, sind wir zerbrochener, als wir es wahrhaben wollen, und zugleich mehr geliebt, als wir je zu hoffen gewagt haben (Keller 2008). Ostern bedeutet nicht nur Vergebung, sondern echte Veränderung.
Ich habe selbst erlebt, wie sehr ich das brauche. Lange Zeit bin ich in meinen Beziehungen immer wieder in die gleichen Konfliktmuster geraten. Ich habe oft zu Sarkasmus gegriffen, zu scheinbar harmlosen Bemerkungen mit einem scharfen Unterton. Es war meine Art, die Kontrolle zu behalten, eine Art Schutz, damit ich nicht selbst verletzt werde. Doch statt zu schützen, hat es Vertrauen beschädigt. Egal wie sehr ich mich bemühte, ich fiel immer wieder in die gleichen Muster zurück. Irgendwann musste ich ehrlich werden: Ich kann das nicht selbst ändern. Ich brauche Jesus. Paulus stellt die gleiche Frage: „Wer wird mich aus diesem Leben befreien, das von Sünde und Tod bestimmt ist?“ Und dann antwortet er: „Gott sei Dank! Die Antwort ist Jesus Christus, unser Herr.“ (Römer 7,24–25, NLT).
Aber wie geschieht diese Veränderung? Die Bibel gibt uns ein einfaches und zugleich tiefes Bild: „Indem wir die Herrlichkeit des Herrn anschauen, werden wir Schritt für Schritt in sein Bild verwandelt.“ (2. Korinther 3,18, NLT). Veränderung geschieht nicht dadurch, dass wir uns mehr anstrengen, sondern dadurch, dass wir näher kommen. Wenn wir Zeit mit Jesus verbringen, in seiner Gegenwart, in seinem Wort, in der Stille und im Gebet, beginnt sein Leben unser Leben zu prägen.
Ostern lädt uns nicht nur ein, etwas zu glauben, sondern darauf zu antworten. Aufzuhören, uns selbst reparieren zu wollen, und ehrlich zu Gott zu kommen. Seine Gnade anzunehmen. Mit ihm zu leben. Und ihm Raum zu geben, uns von innen heraus zu verändern.
Wo versuchst du in deinem Leben noch, alles selbst in den Griff zu bekommen? Und wie könnte es aussehen, innezuhalten, dich Jesus zuzuwenden und ihm zu erlauben, dieses Werk in dir zu beginnen?
Möge die Hoffnung von Ostern dir genau dort begegnen, wo du gerade stehst, und dich in ein neues Leben führen.
Referenzen
Stott, John. 1986. The Cross of Christ. Downers Grove, IL: InterVarsity Press.
Keller, Timothy. 2008. The Reason for God: Belief in an Age of Skepticism. New York: Dutton.
The Holy Bible. New Living Translation. 1996, 2004, 2007, 2013, 2015. Tyndale House Foundation. https://www.biblegateway.com/versions/New-Living-Translation-NLT-Bible/. Accessed 23 March 2026.