Hast du dich jemals gefragt, warum zwei Menschen, die sich zutiefst lieben, einander trotzdem so leicht verletzen können? Die Ehe hat eine besondere Art, sowohl unsere Schönheit als auch unsere Zerbrechlichkeit offenzulegen. Sie bringt Freude, Nähe und Trost, aber sie deckt auch Stolz, Angst, Ungeduld und die Teile unseres Lebens auf, die immer noch Gottes heilende Berührung brauchen. Und weil die Ehe so nah und so persönlich ist, verlangt sie etwas Einfaches, aber enorm Schwieriges: Demut.
Die Schrift gibt uns eine klare Richtung:
„Seid immer demütig und freundlich. Seid geduldig miteinander und ertragt einander in Liebe. Setzt alles daran, die Einheit zu bewahren, die der Geist schafft. Lebt miteinander in Frieden.“ (Eph. 4,2–3, NLT)
Ehe bedeutet, diese Demut, diese Geduld, diesen Einsatz täglich zu wählen. Sie besteht nicht zufällig. Sie wächst durch Entscheidungen, manchmal sehr kleine, die immer wieder getroffen werden.
Demut: Das Fundament einer starken Ehe
Die Forschung von Shaunti Feldhahn zeigt, dass sehr glückliche Paare mit einer einfachen, aber kraftvollen Überzeugung leben: Mein Ehepartner ist für mich, nicht gegen mich. Sie denken gut voneinander. Sie geben einander den Vorteil des Zweifels.
Mein Freund Dr. Louis Pretorius sagt oft: „Dein Ehepartner ist nicht der Feind. Der Feind ist der Feind.“
Diese Wahrheit verändert alles. Wenn wir aufhören, gegeneinander zu kämpfen, und anfangen, füreinander zu kämpfen, wird Demut zur Tür der Heilung.
Stolz sagt: „Ich habe recht.“
Demut fragt: „Was passiert in uns, und wie können wir gemeinsam hindurchgehen?“
Ehe erfordert Einsatz
Paulus’ Worte „setzt alles daran“ sind nicht weich. Sie beschreiben absichtliche, beständige, alltägliche Arbeit.
Feldhahn fand heraus, dass sehr glückliche Paare ihre Gefühle „anleiten“ statt von ihnen geleitet zu werden. Sie erleben Verletzung, Frust und Missverständnisse wie alle anderen, aber anstatt emotional zu reagieren, wählen sie weise Handlungen statt gefühlsgetriebener Reaktionen.
Eine ihrer überraschendsten Erkenntnisse ist, dass diese Paare manchmal wütend ins Bett gehen — nicht aus Bitterkeit oder Strafe, sondern weil sie gelernt haben, dass das Lösen von Konflikten spät in der Nacht, wenn man erschöpft ist, oft noch mehr schadet. Stattdessen tun sie etwas Besseres: Sie erkennen die Spannung an, geben ein kleines Zeichen der Liebe und vereinbaren, die Unterhaltung mit klarerem Kopf am nächsten Tag fortzusetzen.
Viele von uns sind mit dem Vers aufgewachsen, man solle „die Sonne nicht untergehen lassen über seinem Zorn“. Doch diese Paare zeigen, dass es nicht darum geht, ohne Versöhnung einzuschlafen, sondern darum, nicht als Feinde einzuschlafen. Ruhe kann die Ehe schützen, wenn man zu müde für ein gutes Gespräch ist.
Ein kleines Zeichen — eine Berührung, ein sanftes Wort, eine Umarmung, die sagt:
„Wir sind noch nicht in Ordnung, aber wir werden es schaffen. Ich bin bei dir.“ — wird zu einer Brücke, die das Herz offen hält.
Ehe braucht Gemeinschaft
Die Bibel ruft uns dazu auf, „einer des anderen Lasten zu tragen“ (Gal. 6,2). Ehe ist eine dieser Lasten, die wir nicht allein tragen können. Weise Paare suchen früh Hilfe — bei Mentoren, Seelsorgern, Pastoren und älteren Christen, die den Weg der Bundesliebe kennen. Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche oder Versagen, sondern von Weisheit, Mut und Hingabe.
Ein persönlicher Moment
Wenn meine Frau und ich in Konflikt geraten, ziehe ich mich oft zurück, weil ich Zeit brauche, um nachzudenken. Für mich ist das ein Weg, Dinge zu verarbeiten. Für sie kann es sich jedoch wie Ablehnung oder Strafe anfühlen. Mit der Zeit habe ich gelernt, dass Rückzug ohne Kommunikation Vertrauen beschädigt, aber Rückzug mit einem Zeichen der Liebe es schützt.
Deshalb sage ich heute: „Ich liebe dich. Ich brauche einen Moment zum Nachdenken, aber wir sind okay, und wir schaffen das.“
Es ist eine kleine Geste, aber sie verändert alles. Sie hält die Verbindung offen und gibt Raum für Klarheit.
Eine persönliche Herausforderung
Wie bauen wir Ehen, die Christus widerspiegeln?
Indem wir Demut wählen, das Beste voneinander glauben, uns bemühen, verbunden zu bleiben, und Hilfe suchen, wenn wir sie brauchen. Eine Ehe wird nicht durch Perfektion zusammengehalten, sondern durch Gnade.
Hier ist eine Frage für diese Woche:
Welchen Schritt der Demut, der Versöhnung oder der Hilfesuche fordert Gott mich auf, gegenüber meinem Ehepartner zu gehen?
Möge Gottes treue Liebe deine Ehe formen und Demut in dir wachsen lassen.
Referenzen
Feldhahn, Shaunti. 2013. The Surprising Secrets of Highly Happy Marriages. Multnomah Books, Colorado Springs, CO.
The Holy Bible. New Living Translation. 1996–2015. Tyndale House Foundation. https://www.biblegateway.com/versions/New-Living-Translation-NLT-Bible. Accessed 24 November 2025.